August 2009

090810

ENERGIE-CHRONIK


Kredite machen Ukraine vorübergehend wieder zahlungsfähig

Die Ukraine hat der russischen Gazprom am 5. August auch ihre Gasrechnung für Juli bezahlt, und das sogar zum ersten Mal vor Ablauf der Frist. Sie ist vorübergehend wieder einigermaßen zahlungsfähig, nachdem ihr der Internationale Währungsfonds (IWF) am 28. Juli zum dritten Mal etwa 2,4 Milliarden Euro überwiesen hat. Es handelt sich dabei um Teilbeträge eines bereits bewilligten Rettungskredits für den maroden Staat, der sich auf insgesamt 16,4 Milliarden Dollar beläuft. Wegen der anhaltend desolaten Wirtschaftslage hat der IWF inzwischen seine Vergabekriterien gelockert und der Ukraine erlaubt, einen Teil der dritten Tranche erstmals auch für die Bezahlung von Gas zu verwenden.

Außerdem einigten sich die Ukraine, die Europäische Kommission und internationale Geldgeber am 31. Juli auf Finanzhilfen in Höhe von bis zu 1,2 Milliarden Euro. Die Kredite werden durch die Osteuropabank (EBRD), die Europäische Investitionsbank (EIB) und die Weltbank zur Verfügung gestellt. Die EBRD will 526 Millionen zur Verfügung stellen, damit die Ukraine vor dem Winter ihre unterirdischen Gasspeicher füllen und das Pipeline-Netz sanieren kann. Von der Weltbank sollen bis zu 351 Millionen Euro für Strukturreformen in der Ukraine kommen. Die EIB will bis zu 315 Millionen Euro an langfristigen Investitionshilfen zahlen. Die Geldgeber erwarten aber, daß die Ukraine endlich den defizitären Staatskonzern Naftogaz wirtschaftlich wie technisch saniert und die im Staatsapparat grassierende Korruption bekämpft.

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